Auf ein Neues!

Ottawa/Kanada, 29. Januar 2013. Im neuen Jahr etwas für die Gesundheit und die schlanke Linie zu tun – das steht wohl auf der Liste von fast allen. Am wichtigsten bei der Umgewöhnung auf leichtere Kost ist es, dass sie nicht langweilig wird. Der Jahresanfang ist die beste Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren und den kulinarischen Horizont zu erweitern. Warum eigentlich nicht mal kanadisch? Kanada steht für weite Landschaften, viel unberührte Natur und ideale Bedingungen für nahrhafte und geschmacksintensive Lebensmittel.

 Kanada hält zahlreiche kulinarische Schätze für deutsche Gourmets und Hobbyköche bereit, die sich ganz unkompliziert in deutsche Ernährungspläne integrieren lassen. Mit Zutaten aus Kanada lassen sich ungewöhnliche und dabei ganz einfach nachzukochende Gerichte zaubern, die Leib und Seele guttun, z. B. gebratene Jakobsmuscheln, mit Chili und Ahornsirup glasiert, an Kichererbsensalat.

Geschmackskomposition à la Canadienne

Die fettfrei gebratenen kanadischen Jakobsmuscheln sind eine kalorienarme Alternative zu Fleisch, ohne dass sie im Geringsten nach Verzicht oder asketischer Langeweile schmecken. Die süßlich-nussigen Muscheln sind wahre Kraftpakete, enthalten viel Protein, gesunde Omega-3-Fettsäuren für Herz und Kreislauf sowie Eisen. Der lauwarm servierte Salat mit kanadischen Kichererbsen versorgt den Körper mit einer großzügigen Portion sättigender Ballaststoffe und bietet außerdem viel Protein, Eisen, Zink und Magnesium. Die Glasur für die Jakobsmuscheln mit Chili und Ahornsirup wartet mit einer weiteren spannenden Geschmackskombination auf. Der scharfe Chili feuert den Stoffwechsel an, der Ahornsirup besänftigt die Komposition und bringt sie in Harmonie.

Der Ahornsirup ist sicherlich der prominenteste kulinarische Botschafter Kanadas. Wie in diesem Rezept gezeigt, passt er nicht nur zu Desserts. Gerade pikante Speisen bringen seine Süße, die – je nach Helligkeitsgrad – von karamellig bis leicht herb schmecken kann, besonders heraus und kitzeln die Geschmacksknospen auf angenehmste Weise. Ahornsirup ist darüber hinaus eines der wenigen wirklich naturreinen Süßungsmittel dieser Welt und eine gute Alternative zu Honig. Er enthält Kalium, Natrium, Calcium, Eisen und viele Vitamine. Bei seiner Herstellung werden die Ahornbäume direkt angezapft und das Ahornwasser in Eimern gesammelt. Dieses wird anschließend zu Sirup eingekocht, dem „süßen Gold Kanadas“. Ganze 40 Liter Ahornwasser ergeben einen Liter Ahornsirup.

Aber es muss ja nicht gleich ein ganzer Liter sein: Wie dieses Rezept zeigt, kann schon eine kleine Menge Ahornsirup ein Gericht auf spannende Weise verfeinern und die Neugierde auf weitere leichte Genüsse à la Canadienne wecken, ohne die guten Vorsätze für das neue Jahr zu gefährden.

Guten Appetit und viel Freude beim Nachkochen!

 


 

Gebratene Jakobsmuscheln, mit Chili und Ahornsirup glasiert, an Kichererbsensalat

 

Viele kanadische Produkte sind weltberühmt. Dazu gehören Eiswein, Whisky, Lachs, frische Meeresfrüchte wie z. B. Hummer oder der typisch kanadische Ahornsirup. Das eine oder andere Erzeugnis „made in Canada“ muss erst noch in deutschen Küchen ankommen. Dieses Rezept zeigt, wie sich mit kanadischen Produkten unkompliziert leckere Gerichte zaubern lassen.

 

Rezept

Zutaten für 2 Personen:

6–10 kanadische Jakobsmuscheln (ohne Rogen)

70 ml Ahornsirup

½ Knoblauchzehe

1–3 Chilischoten

½ Limone

3 Zweige Blattpetersilie

 

300 g gegarte Kichererbsen (im Glas)

2 Strauchtomaten

1 Romanasalatherz

3 Schalotten

250 ml Brühe

80 ml mildes Olivenöl

etwas Weißweinessig

 

 

Zubereitung:

Für die Glasur die Petersilienblätter von den Zweigen zupfen und fein hacken. Die Chilischote längs halbieren, das Kerngehäuse herausschneiden und in feine Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Jakobsmuscheln mit Küchenkrepppapier gut trockentupfen, mit einer Prise Salz würzen, in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei ¾ Herdleistung von beiden Seiten jeweils so lange braten, bis diese leicht braun geröstet sind (dies kann durchaus 5–8 Minuten dauern). Sobald die Muscheln so weit gebraten sind, den Ahornsirup angießen, sofort Knoblauch, Chili und Petersilie hinzugeben und rasch einkochen lassen, bis die Jakobsmuscheln mit dem leicht süßlich-scharfen Sirup glasiert sind. Anschließend die Pfanne zur Seite ziehen und mit ein paar Tropfen Limonensaft sowie der Schale der Limone abschmecken, ggf. noch eine Prise Salz hinzugeben.

Für den Salat die Kichererbsen durch ein Sieb gießen und unter lauwarmem Wasser kurz abbrausen. Die Schalotten schälen, in feine Würfel schneiden, in einem kleinen Topf mit einem Esslöffel Olivenöl anschwitzen, mit der Brühe aufgießen, einmal aufkochen. Nun die Kichererbsen hinzugeben, mit einer Prise Salz und Pfeffer sowie dem Weißweinessig leicht säuerlich-würzig abschmecken. Den Topf beiseitestellen und die Kichererbsen ziehen lassen. Währenddessen die Strauchtomaten vierteln, das Kerngehäuse herausschneiden, die Strauchtomatenviertel quer halbieren und in den noch heißen Kichererbsensud geben. Kleiner Tipp: Besonders gut wird es, wenn die Tomaten vorher gehäutet werden. Dafür diese kurz in kochendes Wasser tauchen, mit Eiswasser abschrecken, die Haut abziehen und anschließend die Tomaten vierteln. Vom Romanasalatherz die äußeren Blätter entfernen. Nun die einzelnen Blätter vom Strunk abziehen, diese kurz in kaltem Wasser abbrausen und auf Küchenkrepppapier abtropfen lassen.

Kurz vor dem Anrichten die Kichererbsen erneut lauwarm erhitzen, ggf. noch mal mit etwas Salz, Pfeffer sowie Weißweinessig herzhaft abschmecken. Das Olivenöl hinzugeben, gut unterrühren. Mit Hilfe eines Löffels vorsichtig die Kichererbsen herausheben, auf 2 Tellern verteilen, die Romanasalatherzblätter dazwischenstecken. Nun die Jakobsmuscheln samt Glasur dekorativ daraufsetzen und die übrige Glasur aus der Pfanne großzügig über die Teller träufeln.

                                        Guten Appetit!