Kanadischer Wildreis

Reichtum aus dem Norden Kanadas

Kanadischer Wildreis

An einem diesigen Septembermorgen auf einem See im Norden Kanadas wiegen sich im seichten Wasser in Ufernähe hochgewachsene Wildreisbüschel im Wind. Ein Boot gleitet hindurch und wird fast vollständig von den Halmen verdeckt. Auf diesem blauen See, wie auch auf vielen anderen, hat die Ernte des Wildreises begonnen, dem charakteristischsten aller Reichtümer aus dem nördlichen Kanada.

Wildreis—der im Grunde gar keine Reissorte sondern eine Grasart ist— zählte einst zu den wichtigsten Nahrungsmitteln vieler Ureinwohner in Kanada. Jeden Herbst fuhren die Frauen der Ureinwohner in Kanus aus Birkenrinde durch die Reisbestände und ernteten die Körner, indem sie sie in ihre Boote schüttelten. Ein Großteil der Ernte wurde getrocknet und gelagert und diente dann als Nahrung während des harten Winters, wenn tiefer Schnee Jagen und Fischfang beschwerlich machte.

Heutzutage erfolgt die Ernte des kanadischen Wildreises mit motorisierten Booten. Wie auch in der Vergangenheit wächst der Reis jedoch ausschließlich in natürlichen Gewässern und bleibt somit weiterhin ein besonders naturbelassenes Nahrungsprodukt, das reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen ist. In der Küche eignet er sich aufgrund seines feinen nussigen Aromas nicht nur hervorragend als Beilage zu Gans, Ente und Wild, sondern gibt auch Salaten, Suppen und Füllungen einen unverwechselbaren Geschmack.